Standard

Die Körperform wird bei den Angora durch Abtasten überprüft, weil durch die lange Bewollung Formfehler teilweise nicht auf den ersten Blick sichtbar sind.
 
Gewicht
2,5-3,5 kg, Normalgewicht 3,5 kg und mehr, Höchstgewicht 5,25 kg.
Die Gewichtsbewertung staffelt sich wie folgt:
 
2,50
bis 2,75
bis 3,00
bis 3,25
bis 3,50
über 3,50
Höchstgewicht (kg)
15 Pkt.
16 Pkt.
17 Pkt.
18 Pkt.
19 Pkt.
20 Pkt.
5,25 kg
 

Form, Stellung
Die Körperform ist bei der Bewertung abzutasten, am besten zu beurteilen ist sie unmittelbar nach der Schur. Der Körper ist leicht gestreckt, breit und geschlossen.

Kopf
Kurz, Stirn und Schnauze breit, Backenpartie voll entwickelt.

Augen
Bei albinotischen weißen Tieren farblos, rot durchleuchtend, bei den farbigen Farbenschlagen entspricht die Augenfarbe der Ausgangsrasse.

Ohren
In ihrer Größe dem Körper entsprechend, fleischig, aufrecht getragen, gut behaart.

Rumpf
walzenförmig, tief, breit, Hals und Nacken treten nicht in Erscheinung.

Rücken
breit, Flanken gefüllt, Hinterpartie gut abgerundet, Rückenlinie ebenmäßig.

Läufe
Mittellang, gerade, kräftig; die Wolle lässt sie kürzer und kräftiger erscheinen als bei den Normalhaarrassen.

Krallen
Bei weißen Tieren farblos, bei farbigen Tieren wie bei den Ausgangsrassen.

Häsin
Die Häsin gleicht dem Rammler bis auf die geschlechtsbedingten Merkmale. Bei älteren Häsinnen ist eine kleine, wohlgeformte Wamme zugelassen.

Wolle
Die Wolldichte ist so groß, dass der Haarboden völlig bedeckt erscheint. Es gilt der Grundsatz: Je größer die Wolldichte, desto wertvoller das Tier. Die Wolllänge betrage bei Ausstellungstieren, besondere Leistungsklassen ausgenommen, wenigstens 4 cm; sie ist am Tage der Bewertung zirka 6 cm. Ausgeglichenheit der Wolle ist eine weitere Bedingung; sie ist am gesamten Körper, auch am Bauch, gleichmäßig dicht.

 
Leichte Fehler:
- Etwas dünne Wolle
 - kleinere Wachstumsstörungen
 
Schwere Fehler:
 - Sehr dünne Wolle
 - Wolllänge unter 4 cm (in der Leistungsklasse unter 3 cm)
 - große Kahlstellen (aus Wollwachstumsstörungen herrührend), die bei natürlicher Stellung des Tieres nicht mehr bedeckt werden.
 
Die Wollstruktur muss gesund und kräftig sein und darf nicht zum Filzen neigen.
 
Leichte Fehler:
 - Kleine Filzstellen
 - feine, verworrene oder wattige Wolle
 
Schwere Fehler:
 - starke Filzbildung
 - krankhafte, überfeine Wolle (starke Filzer)
 
Das mischwollige Vlies besteht aus Unterwolle, Grannenflaum und Grannenhaar, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander zu stehen haben.
 
a) Unterwolle:
Sie ist fein gekräuseltes, seidenweiches Wollhaar mit gutem Längenwachstum. Sie wird mittelfein, weich und gleichmäßig gewünscht, ist regelmäßig kurz und seidenartig glänzend. Sie muss (gegenüber der Begrannung) stark vorherrschen, denn sie bestimmt den Wert der Wolle.
 
Leichter Fehler:
 - Schwache Unterwolle
 
Schwere Fehler:
 - zu wenig Unterwolle
 - gänzliches Fehlen der Kräuselung
 - Wolllänge unter 3,5 cm.
 
b) Grannenflaum:
Er vermittelt zwischen Unterwolle und Grannenhaar und überragt die seidige Unterwolle. Er ist grob gewellt und besitzt eine feine, grannenartige Spitze.
 
c) Grannenhaar:
Es ist ein etwas stärkeres, gerade durchgehendes, glattes Haar, ist mit einer kräftigen, glasartigen Spitze versehen und ragt über das Wollvlies hinaus. Bei Häsinnen, vor allem älteren, ist die Grannenbildung stärker als bei den Rammlern. Die Menge der Grannen tritt gegenüber der der Unterwolle stark zurück.
 
Leichter Fehler:
- Reichlicher Grannengehalt
 
 Schwere Fehler:
 - stark überwiegendes Grannenhaar
 - abgeschnittene Grannen
 

Rassemerkmale
Die Rassemerkmale werden bestimmt durch die Ohrbüschel, Stirnbüschel, Backenbart sowie durch den gut entwickelten Behang der Vorder- und vor allem der Hinterläufe. Diese Merkmale sind beim Rammler stärker entwickelt als bei der Häsin. Bei der Bewertung sind die geschlechtsbedingten Unterschiede zu berücksichtigen.

 
Leichter Fehler :
 - schwach ausgeprägte Rassemerkmale
 
Schwerer Fehler :
 - völliges Fehlen des Kopf- und Fußbehanges
 
Die Farbe der Wolle erscheint, im Stapel gesehen, bei guten, sehr dichtwolligen rein weißen Angora leicht gelblich (elfenbeinfarbig), die kürzer behaarten Partien (Kopf, Ohren und Läufe) sind rein weiß. Gelbe Wolle im Geschlechtsbereich darf nicht bestraft werden.

Farbige Angora
Neben den meistens weißen Angora sind alle einfarbigen Tiere zugelassen. Ihre Farbe ist rein. Sonst gelten die Farbbestimmungen der Ausgangsrassen. Die kürzer behaarten Körperpartien der farbigen Angora (Kopf, Ohren, Läufe) erscheinen intensiver farbig als das Vlies am Rumpf - Folge der reichlichen und stets helleren Unterwolle, die eine Aufhellung der Körperfarbe bewirkt. Bei den farbigen Angora wird die Farbe in der Position 5 bewertet. Dabei gelten sinngemäß die Bestimmungen der entsprechenden Normalhaarfarben.